[Review] VOLBEAT - Beyond Hell, Above Heaven
VOLBEAT - Beyond Hell/Above Heaven
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Der King lebt! Wer jetzt an die unsägliche Werbung für Currywurst-Fertignahrung denkt, der möge sich bitte Asche aufs Haupt streuen und Buße tun. Wer jetzt allerdings verwundert überlegt, ob Elvis denn wieder am Leben sei, dem sei gesagt : Nein. Jedoch bringt mich ein viel einleuchtenderer Grund zu diesem Ausruf - Volbeat, die "Kings of Elvis-Metal", sind zurück mit einem neuen Album ! Nachdem den vier Dänen im Jahr 2008 der große kommerzielle Durchbruch mit "Guitar Gangsters & Cadillac Blood" gelang, folgt hiermit der nächste Angriff auf die geneigte Hörerschaft, die sich nach neuen Liedern mit der ganz eigenen Volbeat-Note schon die Finger leckt. Soviel sei schon im Voraus verraten : "Beyond Hell / Above Heaven" ist ein klasse Album, das die Erwartungen der gespannten Fans vollkommen erfüllen kann. "Beyond Hell / Above Heaven" hat zwar nur eine knappe Dreiviertelstunde Spielzeit, welche das neue Opus aber äußerst kurzweilig und überzeugend zu füllen weiß.
Den Anfang macht "The mirror and the ripper", das gleich von Anfang an Dampf macht und zeigt, dass Volbeat ihr Handwerk nicht verlernt haben. Die bekannten fetten Gitarrenklänge dominieren den Song, der in seiner Machart allerdings etwas vom "Standard" abweicht - wo die Strophen Tempo machen und von einem treibenden Schlagzeug getragen werden, kommt im Refrain wieder der Einfluss des frühen Rock zum Vorschein - hier wird das Tempo geringfügig reduziert und dabei eine Menge Groove mit eingebracht. Daran schließt sich "Heaven nor Hell" an, welches genauso den Geist Volbeats atmet und auch gut übertragen kann. Vom Tempo her recht flott, weiß der Song mit einer eingängigen Songstruktur und passend eingestreuten Mundharmonika-Passagen zu überzeugen. Ein sehr gutes Stück, bei dem ich allerdings - jetzt, nach Stunden und Stunden des Hörens - immer das Gefühl habe "Hey, das erinnert mich aber ganz stark an ein anderes Lied - nur welches?". Das ist beileibe keine Kritik, ich nehme das vielmehr als einen weiteren Beweis, wie stark dieser besondere Klang Volbeats jedes einzelne Lied beeinflusst. "Who they are", der dritte Song, erinnert in seiner Stimmung und dem Drive sehr stark an "Mr. and Mrs Ness", ohne es zu kopieren. Die Gitarren klingen etwas düsterer als gewohnt, dabei jedoch nicht stark anders. Michael Poulsen singt hier nicht nur, sondern verleiht dem Text durch kurze, aggressiv-kehlige Shouts einen ganz besonderen Druck, der dann vor allem mit den schnell darauf folgenden Gesangsparts des Refrains eine schön stimmungsvolle Symbiose eingeht. "Fallen" könnte einem Großteil der Fans schon bekannt sein, immerhin haben Volbeat diesen Song als Single auserkoren und diese z.B. schon auf Rock am Ring / Rock im Park präsentiert. Wie die Wahl der Single auf "Fallen" fallen ( haha! ) konnte, wird schon nach wenigen Sekunden klar - prägend für den Song sind die sehr eingängige Songstruktur und ein sogar fast schon weich klingender Hauch von Pop. Das macht den Song aber nicht schlecht, im Gegenteil - von allen Songs auf dem Album habe ich "Fallen" sogar am meisten gehört. Volbeat schaffen es hier, ihren Elvis-Metal für die breitere Masse zugänglich zu machen, ohne dabei Kompromisse einzugehen. "A better believer" beginnt, wie von manchen Volbeat-Kompositionen gewohnt, mit einem kurzen, ruhigen Part und nimmt dann kräftig Fahrt auf. Das treibende Schlagzeug und die etwas punkig klingenden Gitarren sorgen dafür, dass das Bein beim geneigten Hörer ( oder auch die Haarpracht beim geneigten Headbanger ) nur wenig Ruhe finden dürften - die sie aber auch bei immer wieder eingefügten, minimal kurzen ruhigen Parts finden. Darauf folgt ein kleiner Glücksmoment für die Fans von Johnny Cash und Co : "7 Shots" beginnt mit einer klassisch klingenden Country-Gitarre und stetigen Schlägen der Bassdrum, die ein Highlight des Albums einleiten. "7 Shots" begeistert im weiteren Verlauf mit fetten Gitarren, einer druckvollen und zeitweise offensiv anmutenden Stimmung und einem tollen Zusammenspiel von Michaels gefühlvollen Gesangsparts und stellenweise eingestreuten Shout-Parts von Mille Petrozza, seines Zeichens Frontmann der bekannten deutschen Thrash Metal- Band Kreator. DAS ist eine Kreation aus Poulsens Feder, die das Prädikat "sehr, sehr geil ! " verdient. Fast schon ruhig geht es mit "A new day" weiter. Die ersten 30 bis 40 Sekunden zeigen sich die Gitarren zahm und unterstreichen "nur" Poulsens Gesang, nach denen sie dann doch wieder in die Volbeat-typische Grundstimmung wechseln. Dieser Wechsel begleitet den Hörer durch das ganze Lied, was es schön abwechslungsreich macht und trotzdem das Gefühl übermittelt, das Lied schon lange zu kennen. Zwar muss man einen kleinen Abfall, was Tempo und Wucht des Songs angeht, in Kauf nehmen, dafür hat man mit "A new day" einen herausstehenden Vertreter der etwas ruhigeren Songs von Volbeat. "Magic Zone" dreht wieder ein wenig auf und behält das angezogene Tempo dann bei. Dominiert von einem an die 1950er erinnernden Rhythmus, den Gitarren und Schlagzeug beide super rüberbringen. Auch hier sind wieder klar die Markenzeichen der Dänen erkennbar - die Abwechslung von treibenden und dann wieder eher ruhigen Passagen, die eine absolute Symbiose eingehen und den Klang so unverwechselbar machen. Auch weiter hochtourig fährt "Being 1", der vorletzte Song des Albums. In den Strophen hört man hier immer wieder Akkustikgitarren, die dann im Refrain durch E-Gitarren verstärkt werden, das Schlagzeug kommt hier besonders prägnant heraus und stellenweise werden "Oooh"-Chöre eingestreut, was alles zusammen einen ( so ziemlich ) einzigartigen Klang ergibt. "Sixteen Dollars" ist der letzte Song des Albums und dabei ein riesiger Knaller. Schon zu Beginn gibt es voll auf die Zwölf mit fetten Gitarren, in der darauf folgenden Strophe kommen wieder stark die Akkustikgitarren zum Einsatz und man kann deutlich hören, warum Michael Poulsen immer wieder in den Vergleich mit Elvis gezogen wird. Der ganze Song strotzt geradezu von einer gewissen Energie, die größtenteils auf den Referenzen zu Johnny Cash und Co basiert, und lässt den Zuhörer nicht stillsitzen. Wer nicht die ganze Zeit den Rhythmus mitklopft oder zumindest leicht headbangt, der wird wenigstens mit dem Fuß mitwippen. "Sixteen Dollars" ist ein hervorragender Albums-Abschluss und hat das Zeug, als Evergreen auf eine Stufe mit z.B. "The Garden's Tale" oder sogar dem überragenden "Sad Man's Tongue" zu gelangen.
Volbeat haben mich mit diesem Meisterwerk weggeblasen. Von Beginn an begeistert "Beyond Hell / Above Heaven" mit Altbewährtem, ohne dabei langweilig zu werden oder gar Unmut aufkommen zu lassen, da man immer wieder eine neue Nuance des bekannten Klangs entdeckt. Ich prophezeie Volbeat einen großen Erfolg, ähnlich dem mit "Guitar Gangsters & Cadillac Blood" , und kann dabei nur noch hoffen, dass ich für ein Konzert ihrer Tour nicht allzu weit fahren muss. Mit "Beyond Hell / Above Heaven" haben Volbeat wieder eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern nochmal einen draufsetzen. Wer Volbeat bisher mochte, sollte sich nicht scheuen, dieses Album zu kaufen !
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